Mit der Gründung der Pädagogischen Hochschule eröffnet die Münchner Ludwig-Maximilians Universität eine Zweigstelle in Augsburg. Für die Studierenden auf dem kleinen Campus im Stadtteil Lechhausen ist das Studentenwerk München zuständig.
Mit der Gründung der Pädagogischen Hochschule eröffnet die Münchner Ludwig-Maximilians Universität eine Zweigstelle in Augsburg. Für die Studierenden auf dem kleinen Campus im Stadtteil Lechhausen ist das Studentenwerk München zuständig.
Am 12. Oktober füllen sich in Augsburg die ersten Vorlesungssäle. Rund 190 Studierende beginnen damals ihr Studium im Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich. Die Münchner Universitäten sollen so entlastet werden.
Doch gleichzeitig verschärft sich durch die zunehmenden Studierendenzahlen die Lage auf dem Wohnungsmarkt: Kleine Appartements sind Mangelware, es braucht dringend Wohnheime. Die Zeitschrift Unipress ruft die „Budennot in Augsburg“ aus.
Mit der Juristischen und der Katholisch-theologischen Fakultät schafft die Universität Augsburg weitere Studienplätze. Im selben Jahr wird außerdem die „Staatliche Fachhochschule Augsburg“ mit den Ausbildungsrichtungen Technik und Gestaltung gegründet.
Durch die Bekanntmachung vom 9. Oktober 1972 errichtet das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit Wirkung zum 1. Januar 1973 ein Studierendenwerk mit der Bezeichnung „Studentenwerk Augsburg“ und dem Sitz in Augsburg.
Zunächst kümmert sich eine Zweigstelle des Studierendenwerks München um die Augsburger Studierenden. Das ändert sich im Oktober 1973: Mit Hans-Karl Trouillier bekommt das Studierendenwerk Augsburg einen ersten, eigenen Geschäftsführer. Fortan baut er mit seinen damals 29 Beschäftigten die Geschäftszweige auf.
Zeitgleich eröffnet in einer umgebauten Fabrikhalle in der Memminger Straße eine Cafeteria. Wenige Wochen später kommt eine Mensa mit warmem Mittagstisch hinzu. Zum Sommersemester 1973 beziehen die ersten Bewohner den Turm an der Lechbrücke.
Als Anstalt des öffentlichen Rechts bedarf das Studierendenwerk Augsburg eines Verwaltungsrats. Dieser tagt zum ersten Mal am 16. Oktober in einer konstituierenden Sitzung. Als Vorsitzender wird Dieter Köhler, damaliger Kanzler der Universität Augsburg, gewählt.
Ursprünglich sehen die Pläne einen Doppel- Campus im Süden Augsburgs mit zwei Mensen für bis zu 15.000 Studierende vor. Doch mit dem Rückgang der Geburtenzahlen beschließt der Ministerrat, die Entwürfe zu ändern. Was bleibt: Eine große Mensa im Zentrum.
Für Studierende gibt es nun eine kostenlose Rechtsberatung. Diese übernimmt zunächst für zwei Stunden in der Woche ein Jurist auf Honorarbasis. Zwei Jahre später entstand daraus die Sozial- und Rechtsberatungsstelle.
Nur 13 Monate vergehen von der Grundsteinlegung der neuen Wohnanlage in Göggingen bis zum Erstbezug. Auf dem 11.000m² großen Areal entstehen so über 500 Appartements, verteilt auf zwei Bauten mit jeweils acht Stockwerken.
Wer in Augsburg studiert, hält ihn zu Beginn meist antwortsuchend in den Händen: der Wegweiser – eine umfassende Informationsbroschüre mit zahlreichen Ansprechpartnern und Kontakten. 1978 geht er zum ersten Mal in Druck und erscheint seitdem Jahr für Jahr in aktualisierter Version.
Die Bauarbeiten für die Zentralmensa an der Uni Augsburg beginnen – und das in einer beeindruckenden Größenordnung: Nach der Fertigstellung vier Jahre später werden im Speisesaal 1.200 Studierende Platz finden, insgesamt umfasst die Grundfläche 8.870m².
Mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) hat das Studierendenwerk einen neuen Mitstreiter für den geförderten Wohnungsbau: Seitdem betreut die Kolping-Stiftung das Albertus Magnus Wohnheim, gleichzeitig beginnen die Planungen für das Haus Edith Stein.
Auf dem Platz vor der Mensa an der Uni Augsburg wird das Kunstwerk „Rasterversion Drogheda“ von Hans-Jürgen Breuster eingeweiht. 2004 muss die gerüstartige Figur aus verschweißten Blechteilen dem Bau der Straßenbahnlinie 3 weichen und steht seitdem beim Physikgebäude.
Die Universitätsstadt Augsburg wächst weiter und knackt eine Rekordmarke. Erstmals sind zum Wintersemester 1983/84 an Hochschule und Universität über 10.000 Studierende eingeschrieben. Aus dem Augsburger Stadtbild sind sie nun nicht mehr wegzudenken.
In Kempten gehen mehrere Hundert Studierende auf die Straße und demonstrieren für eine Mensa. Bislang verteilte dort das Studierendenwerk lediglich Essensmarken für umliegende Restaurants und Gaststätten. Noch im Folgejahr eröffnet in der ehemaligen Kantine einer Baufirma eine Behelfsmensa.
Gesunde Ernährung wird den Studierenden immer wichtiger und so erhält die Zentralmensa an der Uni Augsburg eine eigene Salatbar zur Selbstbedienung. Damit wollte man auch den Andrang auf die Ausgabetheken mit den warmen Gerichten etwas entzerren.
In den Mensen finden die ersten Länderwochen statt. Auftakt machte Spanien mit Gazpacho-Suppe, Paella Valenciana, Empanadas und Tortilla. Im darauffolgenden Semester hieß es dann für eine Woche „Bonjour la France“ auf dem Speiseplan.
Um Müll zu vermeiden, beschließt das Studierendenwerk in den Mensen und Cafeterien Mehrweggeschirr einzuführen – zumindest in den Betriebsstellen, in denen dies baulich und technisch möglich ist. Damit ist ein erster Schritt für mehr Nachhaltigkeit getan.
Ende der 80er Jahre platzen nicht nur Vorlesungssäle aus allen Nähten, auch die Wohnungssuche gestaltet sich für Studierende immer beschwerlicher. 1988 ist die Lage auf dem Mietmarkt sogar so schlimm, dass das Studierendenwerk Notunterkünfte in der Mensa und in Gemeinschaftsräumen einrichtet.
Die schwierige Situation für Studierende mit Kind ändert sich. Durch eine Gesetzesänderung gibt es finanzielle Mittel und mit dem Studierendenwerk eine klare Zuständigkeit. Die Kinderbetreuung von Frechdachs e.V. startet daraufhin mit einer Gruppe von acht Kindern, heute werden dort fast hundert Kinder betreut.
Zum Ärger vieler Studierender wurde die BAföG-Förderung in den 80er Jahren zu einem Volldarlehen. Nun folgt die Gesetzesnovelle und nur noch die Hälfte muss zurückgezahlt werden. Das Studierendenwerk gibt in diesem Jahr über 23 Millionen DM an Fördermitteln aus.
Nach fast zwanzig Jahren geht Hans-Karl Trouillier in den Ruhestand. Sein Amt als Geschäftsführer übergibt er an Peter Vögl, der zuvor bereits sein Stellvertreter war und die BAföG-Abteilung geleitet hat.
Es ragte wie ein Pfeiler lange über das Neu- Ulmer Zentrum, jetzt muss es der Abrissbirne weichen: das Ringhotel. Über zwei Jahrzehnte später lag das Grundstück immer noch brach, bis an der Stelle schließlich 260 Studierenden- Appartements entstehen – allerdings privat und nicht gefördert.
Das Sportzentrum an der Universität Augsburg geht in Betrieb. Egal ob Volleyball, Fechten oder Aerobic – am umfangreichen Kursangebot dürfen alle teilnehmen: Studierende und Beschäftigte der Hochschulen, aber auch des Studierendenwerks.
Der Protest hat sich gelohnt und die Kemptner Studierenden werden endlich satt. Zuvor hatten sie sich jahrelang über „Kinderportionen“ in den umliegenden Restaurants beklagt. Nun gibt es direkt auf dem Campus eine erste Mensa und Cafeteria für sie.
Schon ein Jahr nach der Gründung der Hochschule Neu-Ulm als Abteilung der Hochschule Kempten und dem Umbau der ehemaligen US-Schule in der Steubenstraße, eröffnet das Studierendenwerk dort eine Mensa. Neu-Ulm wird somit der dritte Hochschulstandort in seiner Zuständigkeit.
Das Studierendenwerk führt das Ökomenü ein. Einmal in der Woche gibt es auf dem Speiseplan nun ein Gericht mit Produkten, die ausschließlich von Betrieben mit ökologischen Anbau und überwiegend von Landwirten und Gärtnereien aus der Region bezogen werden.
Vereint unter dem neuen Namen „b!st“ arbeitet die Beratungsstelle im Studierendenwerk nun interdisziplinär zusammen. Denn das Angebot der Sozial- und Rechtsberatung wird um die Psychologische Beratung erweitert.
Nach langem Hin und Her endlich eine Einigung zwischen dem Studierendenwerk und dem Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund. Das Semesterticket für Tram, Bus & Regionalbahn wird eingeführt und kostet damals jeden Studierenden noch 50 DM.
In der ersten Mensa des Studierendenwerks werden die letzten Essen ausgegeben. Denn mit dem Umzug der Juristischen Fakultät verlassen die Studierenden ganz den alten Campus in der Memminger Straße.
Das Studierendenwerk lässt bei den Bewohner*innen seiner Wohnanlagen eine große Umfrage durchführen. Das Ergebnis zeigt: Fast 90 % würden nochmals in ihr Wohnheim einziehen, für das Preisleistungsverhältnis gab es durchschnittlich die Note 2. Nur noch mehr Fahrradabstellplätze wünschen sich die Studierenden.
Die nächste BAföG-Reform nimmt sich den Schuldenbergen der Studierenden an. Eine Obergrenze wird eingeführt. Seit 2001 müssen maximal 10.000 Euro zurückgezahlt werden. Alles was über dieser Summe liegt, ist nicht mehr relevant.
Um internationalen Studierenden den Start in Augsburg leichter zu machen, starten Universität und Hochschule gemeinsam mit dem Studierendenwerk und der Stadt Augsburg ein Kooperationsprojekt. Seit nunmehr zwanzig Jahren unterstützt die Hochschulbetreuungsstelle diese Studierenden von behördlicher Seite bestmöglich.
Die ersten Bewohner ziehen in die neue Wohnanlage im Prinz-Karl-Viertel. Neben der Bahnlinie finden nun 255 Studierende in dem lang gestreckten Gebäuderiegel ein Zuhause – und das in direkter Nähe zur Innenstadt.
Auch an der Hochschule Kempten eröffnet das Studierendenwerk Augsburg eine erste Wohnanlage. Mit nur 38 Wohnplätzen ist das ehemalige Hotel in der Reichlinstraße klein aber fein und zu Fuß nur eine Viertelstunde vom Campus entfernt.
Mit der Fertigstellung des „Gebäude H“ an der Hochschule zieht auch eine neue Cafeteria auf den Campus – und das direkt am Brunnenlech. Von der schönen Außenterrasse aus hört man dort nun das Bachplätschern und wer will, kann sogar seine Füße abkühlen.
Bühne frei: Die CampusKunst feiert Premiere! Zum ersten Mal haben künstlerisch aktive Studierende die Gelegenheit, ihr Talent auf offener Bühne in der Mensa zu präsentieren. Das Publikum erwartet ein buntes Programm aus Musik, Tanz und anderen Showeinlagen.
Fast von Beginn an hat Peter Vögl das Studierendenwerk begleitet und seine Entwicklung mitbestimmt – zunächst als Abteilungsleiter für BAföG, ab 1992 dann als Geschäftsführer. Mit seinem Renteneintritt übergibt Vögl an seine Nachfolgerin Doris Schneider.
Die bekannte Moderatorin Barbara Schöneberger studierte fünf Jahre lang in Augsburg Soziologie. 2008 kehrte sie für einen Abend zurück. Beim ZEIT CAMPUS TALK sprach sie in der Mensa über ihre Studienzeit. Dazu gab es ihr altes Mensa-Lieblingsessen: Kartoffeltaschen mit Kräutersauce.
Mit der 22. BAföG-Novelle wird eine Förderung für ein Studium im Ausland möglich. Das Studierendenwerk übernimmt die Zuständigkeit für die Schweiz und Liechtenstein. Wer in einem der beiden Länder studieren will, wendet sich an das BAföG-Amt in Augsburg.
Das Studierendenwerk Augsburg wird von der Jury der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ für den kostenlosen Kinderteller ausgezeichnet. Gefeiert wurde mit einem bunten Hochschul-Kinder-Aktionstag auf dem Campus der Universität Augsburg.
Weil mittags in der Mensa an der Hochschule Augsburg so viel los ist, dass man nur schwer einen Platz zum Essen findet, verhängt das Studierendenwerk ein Laptop-Verbot. Nun fehlt den Studierenden wiederrum ein Platz zum Arbeiten. Mit selbstgebastelten Papp-Rechnern protestieren 200 von ihnen.
Auf dem Campus der Universität Augsburg entstand in direkter Nachbarschaft zur bestehenden, 2001 eröffneten, Kindertagesstätte ein lichtdurchfluteter Neubau mit großem Garten für 1,95 Millionen Euro. 600 Quadratmeter stehen 48 Kleinkindern in vier Gruppen zur Verfügung.
Zwei Jahre lang wurde die Zentralmensa an der Uni Augsburg umfassend saniert und die Mensagäste mussten in dieser Zeit in einen Pavillon ausweichen. 2012 eröffnet die Mensa schließlich wieder – mit einem völlig neuen, einmaligen Konzept. Künftig gibt es elf Themenbereiche mit unterschiedlichem Angebot.
Zum Sommersemester führt das Studierendenwerk gemeinsam mit den Hochschulen die Campus Card Augsburg (CCA) ein. Die Chipkarte vereint alle im Hochschulalltag wichtigen Funktionen: Studierendenausweis, Bibliotheksausweis, Semesterticket und bargeldloses Bezahlen.
Mit dem Bochumer Studierendenwerk AKAFÖ tauscht man sich gerne aus – auch kulinarisch. Daher finden seit 2014 immer wieder Köchetandems statt. In Augsburg braten dann die Kollegen aus Bochum Currywurst in der Mensa, während die Augsburger Köche in Bochum zur Hüttengaudi einladen.
Die Wohnungsverwaltung des Studierendenwerks stellt ihre Prozesse um und wird digitaler. So können sich Studierende nun schnell und einfach über ein Online- Formular um einen Wohnplatz bewerben. Besonders Studierenden aus dem Ausland erleichtert dies die Suche nach einer passenden Unterkunft.
Die Dienstkleidung der Hochschulgastronomie erstrahlt in neuer Frische. Als Akzentfarbe fiel die Wahl auf ein markantes „Limettengrün“. Im Vorfeld wurden die Kleidungsstücke von einigen Kolleg*innen bei der Arbeit probegetragen, um die Textilien auf ihre Alltagstauglichkeit zu prüfen.
Bereits 2011 stellte das Studierendenwerk seine neueste Wohnanlage in der Augsburger Bürgermeister-Ulrich-Straße fertig. Nun kommt 2017 der zweite Bauabschnitt hinzu. Nur zwei Haltestellen von der Universität entfernt, gibt es dort insgesamt 433 Wohnplätze.
Was erst als Testlauf in Kempten begann, wird 2018 an allen Hochschulstandorten eingeführt: der CampusBecher. Die bunten Pfandbecher sind seitdem überall im Studierendenalltag zu sehen und lösen die Einwegversion aus Pappe ab.
Für die Vorbereitungen auf die Olympiade der Köche suchte sich das Team Germany des Verbands der Köche Deutschlands e.V. die Zentralmensa an der Uni Augsburg als Trainingsgelände aus. Zwei Tage lang probten sie die Abläufe und die Zubereitung der noch streng geheimen Kreationen.
Das Zentralklinikum wird zum Universitätsklinikum und mit ihm entsteht seit 2020 im Augsburger Westen ein neuer Medizin-Campus. Die ersten beiden Neubauten sollen 2024 fertiggestellt sein. Eine Mensa ist im zweiten Bauabschnitt vorgesehen, zudem sollen zwei größere CafeBars auf dem Campus entstehen.
Um Studierenden über die Runden zu helfen, die pandemiebedingt in eine Notlage gelangt waren, führte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Überbrückungshilfe ein. Beim Studierendenwerk Augsburg wurden bis September 2021 11.430 Anträge bearbeitet und 4.247.500 € ausbezahlt.
Bislang waren die Abteilungen des Studierendenwerks auf vier Standorte verteilt. Nun entsteht in unmittelbarer Nähe zum Universitätscampus das neue Verwaltungs- und Servicegebäude, das ab 2024 alle Bereiche bündelt und ratsuchenden Studierenden so lange Wege erspart.