Aus dem Blickwinkel eines Unternehmers

Seit fast 20 Jahren begleitet Nicolaus F. Kummer die Entwicklung des Studierendenwerks als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Ein Gespräch über Investitionsziele, Perspektivwechsel und darüber, warum er keine Zukunftsprognosen für die nächsten 50 Jahre machen will.

Bildnachweis: Iris Wagner-Hoppe/photoresque

Herr Kummer, Sie haben Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre Jura in Köln und München studiert. Wie haben Sie selbst damals die Studierendenwerke dort wahrgenommen?

Nicolaus F. Kummer: Gar nicht. Ich habe ab und zu in der Mensa gegessen und eine Zeitlang in einem Wohn­heim gewohnt – allerdings von einem freien Träger. Wirklich kennengelernt habe ich das Studierendenwerk und seine Aufgaben erst über den Verwaltungsrat.

Seit 2003 sind Sie dessen Vorsitzender. Was hat Sie da­mals gereizt, diese Tätigkeit zu übernehmen?

Auslöser war der vorherige Vorsitzende Herr Helmut Hartmann. Aus Altersgründen schied er aus und sprach mich darauf an. Ein Ehrenamt für eine solch solide, erfolgreiche und große Einrichtung wie das Studierendenwerk wahrzunehmen, fand ich eine spannende Heraus­forderung.

Sie sind im Verwaltungsrat der einzige Unternehmer ne­ben zahlreichen Hochschulangehörigen. Haben Sie sich manchmal fehl am Platz gefühlt?

Es ist ja gefordert, dass im Verwaltungsrat jemand ist, der von außen kommt und eine andere Perspektive mitbringt. Mit meiner wirtschaftlichen Sicht auf die Dinge habe ich mich nie fremd gefühlt. Ganz im Ge­genteil, ich kann mich mit meinen eigenen Vorschlägen gut einbringen und auch von den anderen im Gremium vieles mitnehmen.

Sie bringen da ja auch enorme Erfahrungen mit…

Ich selbst komme aus dem Bereich mittelständischer Unternehmen. Von meinem Vater habe ich ein Auto­haus übernommen und war dort 30 Jahre lang Inhaber. Dann habe ich 2006 das Porschezentrum Augsburg ge­gründet und aufgebaut. Inzwischen bin ich im Immobi­lienbereich tätig und konnte dem Studierendenwerk bei Sanierungen und Neubauten so manchen Ratschlag geben. Deshalb sehe ich meine Tätigkeit für den Ver­waltungsrat als glückliche Verbindung.

Als jahrelanger Inhaber eines Autohauses: Was macht für Sie den Motor des Studentenwerks aus?

Durch meine Kontakte zu anderen Unternehmen und Konzernen kann ich sagen: Wenn die Führung stimmt, dann läuft der Laden. Über all die Jahre wurden immer sehr ordentliche Bilanzen vorgelegt. Die Gespräche mit der Geschäftsführung sind harmonisch und vernünf­tig. Keiner ruht sich da auf irgendwelchen Zuschüssen aus. Da macht auch mir die Zusammenarbeit einfach Freude.

Letzte Frage: Was wünschen Sie dem Studentenwerk für die nächsten 50 Jahre?

50 Jahre vorauszuschauen ist in der heutigen Zeit schlicht unmöglich und auch nicht sinnvoll. Die Ent­wicklungen heutzutage sind so volatil. In die nahe Zu­kunft gesehen hoffe ich, dass wir das neue Verwal­tungsgebäude bald zufriedenstellend fertigstellen. Mit ihm rückt die Präsenz des Studierendenwerks am Campus mehr in den Vordergrund. Ansonsten so weitermachen wie in den vergangenen zwanzig Jahren, nämlich Schritt für Schritt planen!

Der Verwaltungsrat des Studierendenwerks

Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus je zwei Vertretern der Professor*innen oder der Hochschullei­tung, zwei Vertreter*innen der Studierenden, einer Per­sönlichkeit des öffentlichen Lebens, eine*r Vertreter*in des Personalrats des Studierendenwerks, eine*r Behinder­tenbeauftragten einer Hochschule und der Frauenbe­auftragten einer der Hochschulen.

Hauptaufgaben des Verwaltungsrates sind die Prü­fung der Jahresrechnung und der Beschluss über den Wirtschaftsplan, welcher der Genehmigung der Auf­sichtsbehörde bedarf.

Der Verwaltungsrat wird alle zwei Jahre von der Ver­treterversammlung gewählt

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