
Beratung & Behördengang gebündelt
Dr. Sabine Tamm hat die Hochschulbetreuungsstelle 2001 mit ins Leben gerufen. Margot Schenker-Binder ist der neueste Zugang im Team. Gemeinsam sprechen sie darüber, was das Angebot der Stelle so einzigartig macht.

Seit mehr als 20 Jahren unterstützt die Hochschulbetreuungsstelle Studierende und Gastwissenschaftler*innen aus dem
Nicht-EU-Ausland bei melde- und aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten. Mit diesem Angebot ist sie einzigartig in Deutschland. Die Einrichtung bündelt Beratung und Behördengang.
Doch dem war nicht immer so, wie Dr. Sabine Tamm, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes an der Universität Augsburg erzählt.

Frau Schenker-Binder, Sie sind seit fast einem Jahr als Beraterin im Team. Zuvor haben Sie im International Office der Universität Stuttgart gearbeitet. War die Situation dort ähnlich?
Margot Schenker-Binder: Ich hatte vorwiegend mit den internationalen Studierenden aus Übersee zu tun. Daher kannte ich die Probleme, die mit Aufenthaltsgenehmigungen und Visa einhergehen.
Wie löste man das in Augsburg?
Dr. Sabine Tamm: In vielen Gesprächen mit Universitätsleitung, Stadtspitze und dem Ministerium entstand die Idee einer gemeinsamen Anlaufstelle, bestehend aus einer Person für die Beratung angestellt an den Hochschulen und einer weiteren Person von der Ausländerbehörde der Stadt nebenan für den hoheitsrechtlichen Vollzug.

Welche Herausforderungen ergaben sich bei der Realisierung der Stelle?
Dr. Sabine Tamm: Da gab es natürlich sehr viele – finanzielle, personelle und organisatorische. Aber wir brauchten zum Beispiel auch einen Safe, um die Aufenthaltsetiketten einzusperren. Dieser musste wiederum genaue Sicherheitsbestimmungen erfüllen und entsprechend stabil sein. Wir haben bestimmt mehrere Wochenenden allein da- mit verbracht, uns mit Safes und Tresoren auseinanderzusetzen.
Inzwischen hat sich die Hochschulbetreuungsstelle als Dauereinrichtung etabliert. Was waren die wichtigsten Schritte?
Dr. Sabine Tamm: Die erste Vereinbarung zwischen den Projektpartnern lief über zwei Jahre, gemeinsam teilten wir uns die Personalkosten. Diese Vereinbarung wurde immer wieder verlängert, erst 2013 wurde die Stelle entfristet.
Margot Schenker-Binder: Seit Corona vergeben wir feste Termine. Vieles lässt sich außerdem inzwischen per Mail klären. In der Regel antworte ich innerhalb von 24 Stunden. Die meisten Unterlagen schicken die Studierenden uns vorab und wir prüfen diese. Sie kommen dann erst persönlich vorbei, wenn alles vollständig und in trockenen Tüchern ist. Das ist für alle eine große Entlastung.
Dr. Sabine Tamm: Früher erzählten Studierende, dass sie vor einem Termin bei der Ausländerbehörde tagelang nicht schlafen konnten. Sie hatten Angst davor, wie es ausgeht. Das ist zum Glück nicht mehr so.
Hochschulbetreuungsstelle: Vom Modell zur Dauereinrichtung
- 2002 wurde die Hochschulbetreuungsstelle von den Augsburger Hochschulen, der Stadt Augsburg und dem Studierendenwerk ins Leben gerufen.
- Zunächst als Modellprojekt mit dem Namen „Willkommen an den Augsburger Hochschulen“ gegründet, hat sie sich inzwischen fest etabliert und gilt als Vorbild für eine exzellente Betreuung ausländischer Studierender.
- 2003 vergab das Auswärtige Amt dafür einen Preis, im gleichen Jahr empfahl der Bayerische Landtag sie in einem Beschluss zur Nachahmung