Zwischen Gastronomie und Gesetzestexten

Die Ausbildung im Studierendenwerk bietet einmalige Einblicke. Zahlreiche Abteilungen durchlaufen die Azubis bis zum Abschluss. Sogar ins Ausland geht es für sie.

Minutenlang lief Maximilian Ruf in der Einfahrt des Verwaltungsgebäudes auf und ab, scrollte dabei ein letztes Mal auf seinem Smartphone durch Tutorials mit Bewerbungstipps. „Ich war richtig nervös vor dem Gespräch“, erinnert er sich. „Am Ende war ich sehr erleichtert, es hat Spaß gemacht.“ – „Er war ja auch tipptopp vorbereitet“, wirft Claudia Bloching ein
und lacht. Seit September begleitet sie Maximilian Ruf und Viktoria Steinke bei ihrer Ausbildung im Studieren-
denwerk.

Claudia Bloching

Als Ausbilderin in der Personalstelle unterstützt Claudia Bloching seit Jahren junge Menschen auf ihrem Weg zum Abschluss als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement. Drei Jahre dauert die Ausbildung in der Regel, meist kann die Zeit verkürzt werden – oder eben wie im Fall von Viktoria Steinke in Teilzeit stattfinden. Sie ist Mutter von zwei Kindern und suchte schon länger nach einem Ausbildungsbetrieb, der ihr möglich macht, worauf sie als Alleinerziehende einen gesetzlichen Anspruch hat.

Die Ausbildung ist sogar in Teilzeit möglich

„Mit Teilzeitausbildungen hatten wir noch keine Erfahrungen gemacht. Das war ein Novum“, erzählt Claudia Bloching. Sie informierte sich und schnell wurde man sich einig. „Es läuft total unkompliziert.“ Dennoch zieht sie den Hut vor dem, was Viktoria Steinke derzeit leistet.

Denn mit seinem breiten Spektrum verschiedener Fachabteilungen ist die Ausbildung im Studierendenwerk besonders umfangreich – aber dadurch auch abwechslungsreicher und interessanter. Sie reicht vom Lernen eher trockener Gesetzestexte für die BAföG-Anträge bis hin zum Einkauf frischer Lebensmittel für die Hochschulgastronomie. Personalstelle, Buchhaltung, Einkauf und Lagerhaltung: das sind Abteilungen, die es auch in anderen Unternehmen gibt. Die Wohnungsverwaltung und das BAföG-Amt sind dagegen einmalig.

Viktoria Steinke und Maximilian Ruf machen beim Studierendenwerk Augsburg die Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Büromanagement. Bildnachweis: Bernd Jaufmann

„Unsere Azubis dürfen überall einmal für ein paar Monate reinspitzeln.“ Claudia Bloching achtet auch darauf, dass es keine Überschneidungen gibt und immer nur ein Azubi pro Abteilung zugeteilt ist, um möglichst viel ins Tagesgeschäft eingebunden zu sein. Im Herbst wird das eine Herausforderung für die Ausbilderin: Dann fangen zwei neue Azubis an. Eigentlich sollte pro Jahr nur eine Ausbildungsstelle besetzt werden. „Doch bei den Bewerbungen waren so gute dabei. Da dachten wir: Die schnappen wir uns!“ Das Studierendenwerk will mit diesem Schritt vorausschauend dem Fachkräf-temangel entgegentreten, denn wer weiß, wie im nächsten Jahr die Bewerbungslage aussieht.

Die Englischkenntnisse verbessern in Nordirland

Ein überzeugendes Argument für die Ausbildung hält das Studierendenwerk außerdem noch bereit: Zwei Wochen lang werden die Azubis freigestellt, um nach Derry zu reisen, der zweitgrößten Stadt Nordirlands. Dort warten auf sie nicht nur eine beeindruckende Landschaft mit grünen Wiesen und steilen Klippen, sondern ein Sprachkurs und der Besuch eines Colleges. Das Programm wird zum Teil über ein Förderprogramm finanziert, den Rest übernimmt der Arbeitgeber

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