Sprungbrett Mensa-Bühne: Was CampusKünstler*innen heute machen

Was wurde eigentlich aus den vielen jungen Talenten, denen das Studierendenwerk einen Abend lang eine offene Bühne gegeben hat? Wie haben sie ihre Auftritte bei CampusKunst rückblickend erlebt? Wir haben bei einigen von ihnen nachgefragt. 

Max Olbrich

Gleich zweimal trat Max Olbrich mit seinen Zaubertricks bei der CampusKunst auf: 2013 und 2014, als er noch an der Uni Augsburg Jura studierte. Inzwischen lebt er in Berlin, arbeitet hauptberuflich als Zauberer und schreibt nebenbei an seiner Masterarbeit in Wirtschaftspsychologie. Auftritte vor 1.000 Zuschauern oder mehr sind für ihn keine Seltenheit mehr. Große Unternehmen wie Coca-Cola, Zalando oder Hello Fresh buchen ihn für Veranstaltungen. An seinen ersten Auftritt bei CampusKunst erinnert er sich noch gut. 

„Ich hatte zuvor nur bei Geburtstags- oder Firmenfeiern im kleinen Rahmen gezaubert. Die Größenordnung bei CampusKunst war für mich ganz neu. Ich bin damals völlig ins kalte Wasser gesprungen. Frisch eingeschrieben habe ich am Campus ein Plakat für die Veranstaltung gesehen und mich spontan angemeldet. Die Bühne mit den vielen Sitzplätzen in der Mensa hat mich dann etwas überrumpelt und ich war richtig aufgeregt. Aber es hat mega Spaß gemacht, dort oben zu performen und meinem Selbstbewusstsein einen Schubs gegeben. Das hat mich auch motiviert weiterzumachen und letztlich folgten auf diesen Auftritt auch viele weitere, zum Beispiel die Nominierung für die Goldene Weißwurscht. Welchen Ratschlag ich anderen jungen Studierenden mitgeben würde? So abgedroschen es klingt: Einfach machen!“

Stacia 

Auch Anastasiya Tsaregorodtseva war bei CampusKunst eine überzeugte Wiederholungstäterin. Unter ihrem Künstlernamen Stacia macht die Sängerin Musik, die sie selbst als Emotion Pop bezeichnet: Ehrliche und authentische Texte gepaart mit einer kräftigen Stimme. Und das mit Erfolg! Inzwischen wurde Stacia mit dem Titel „Band des Jahres“ ausgezeichnet, war bis vor Kurzem beim großen Musikverlag Universal unter Vertrag und trat in der in der Sat1-Show „All Together Now“ auf. Mit einem Stipendium des Freistaates hat sie in diesem Jahr ihre neue EP „Bridges“ veröffentlicht. 

„Ich habe beide Auftritte bei CampusKunst als ein absolutes Highlight empfunden. Es war immer unglaublich viel los und es herrschte eine sehr coole Stimmung im Publikum, bei der jeder der auftretenden Künstler:innen sehr herzlich aufgenommen und mit sehr viel Beifall supported wurde. Es war auch immer eine schöne Gelegenheit, sich mit anderen Musiker:innen zu vernetzen und neue Freundschaften zu schließen. Der positive Zuspruch des Publikums hat mich in gewisser Weise motiviert dranzubleiben und weiter an meiner Musik zu arbeiten. Anderen Campuskünstler:innen würde ich empfehlen, die Möglichkeit unbedingt zu nutzen, sich vor so einem großen Publikum zu präsentieren. So kann man in entspannter Atmosphäre seine Kunst mit anderen teilen und definitiv eine tolle Erfahrung auf der Bühne sammeln!

Thomas Laschyk

Das Spiel mit den Worten war schon immer Thomas Laschyks Hobby. Bei der CampusKunst trat er 2014 als Poetry Slammer auf, im selben Jahr startete er einen regionalen Blog zur Augsburger Stadtpolitik. Was klein und lokal begann, wurde fünf Jahre später als Blog des Jahres ausgezeichnet. Laschyks Weblog „Volksverpetzer“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fake News und die Akteure hinter diesen Meldungen zu entlarven. Mit seinem siebenköpfigen Redaktionsteam leistet er damit wichtige Aufklärungsarbeit. 

„Es hat damals einen Riesenspaß gemacht, sich auf der Bühne künstlerisch auszuprobieren und hinter der Bühne mit anderen Künstler*innen auszutauschen. Später habe ich auch als Zuschauer im Publikum gerne die CampusKunst verfolgt. An einen Moment erinnere ich mich noch: Ein Künstler, den ich gar nicht kannte, erzählte auf der Bühne, dass ich ihn inspiriert habe Poetry Slam zu machen. Das hat mich wirklich überrascht! Vieles was ich im Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften aber auch bei meinen Auftritten gelernt habe, ist in meine jetzige Arbeit eingeflossen. Auf der einen Seite geht es in unserem Blog darum, Fake News genau zu analysieren, auf der anderen Seite aufzuklären, mit welchen Techniken bewusst getäuscht und manipuliert wird. Dazu muss unser Blog ansprechend, unterhaltsam und verständlich sein. Applaus bekomme ich heute eher über Social Media und nicht mehr über die Bühne wie bei CampusKunst.“

Youtube-Kanal der CampusKunst: https://www.youtube.com/campuskunst

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